Pressemitteilung des Maimonides jüdisch-muslimisches Bildungswerkes in Ingelheim
Mit großer Bestürzung hat Imam Mustafa Cimşit auf den Anschlag beim Berliner Christopher Street Day reagiert. Sein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer, den Verletzten und allen Menschen, die durch diese Tat Angst und Trauer erfahren haben. Nach bisherigen Erkenntnissen wird ein mutmaßlich religiös-extremistischer Hintergrund
geprüft.
„Wer Menschen aufgrund ihrer Identität oder Lebensweise angreift, greift die Würde des Menschen selbst an“, erklärt Cimşit. „Keine Religion und keine Ideologie kann solche Gewalt
rechtfertigen.“
„Wer im Namen Gottes Hass sät, missbraucht nicht nur Religion – er verrät die Menschlichkeit.“
Religiöser Fanatismus sei kein Ausdruck von Frömmigkeit, sondern der gezielte Missbrauch des Glaubens, um Feindbilder zu schaffen und Gewalt zu legitimieren. Besonderen Respekt zollt Cimşit den Verantwortlichen des Berliner CSD und der queeren Community. Trotz des Schocks hätten sie zur Besonnenheit aufgerufen und davor gewarnt, die Tat für pauschale Hetze gegen Muslime zu instrumentalisieren.
„Wir dürfen den Fanatikern nicht den Gefallen tun, ihre Gewalt in neuen gesellschaftlichen Hass zu verwandeln. Religiösen Extremismus klar zu benennen und Millionen friedliche Gläubige nicht unter Generalverdacht zu stellen – das sind keine Gegensätze. Es ist das Fundament unserer Demokratie.“
Cimşit fordert mehr Prävention, politische Bildung und Dialog: „Das Problem ist nicht der Glaube. Das Problem ist der Extremismus. Unsere Antwort auf Hass muss mehr Menschlichkeit, mehr Besonnenheit und mehr Zusammenhalt sein.“
„Menschenwürde ist nicht verhandelbar: nicht für queere Menschen, nicht für religiöse Menschen, nicht für irgendwen.“
Über Mustafa Cimşit:
Mustafa Cimşit ist Imam sowie Gründer und Geschäftsführer des Maimonides jüdischmuslimischen Bildungswerks mit Sitz in Ingelheim am Rhein und Frankfurt am Main. Er engagiert sich seit Jahren gegen religiösen Extremismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und Rassismus. Für sein Wirken im interreligiösen Dialog wurde er kürzlich mit der Martin-Buber Plakette ausgezeichnet.
Pressekontakt:
Maimonides jüdisch-muslimisches Bildungswerk gemeinnützige UG
Mustafa Cimşit | presse@maimonides.eu | +49 6132 9740174 | www.maimonides.eu
Ingelheim am Rhein, 28. Juli 2026
