Tagung „Queeres Leben in der Großregion“ am 22./23.11.2023 in Trier

Überblick zur queeren Geschichte im 20. und 21. Jahrhundert
Mittwoch / Donnerstag, 22./23.11.2023
Europäische Akademie des rheinland-pfälzischen Sports
Herzogenbuscher Straße 56
D-54292 Trier
𝗔𝗻𝗺𝗲𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴:
TagungGrossregion@queernet-rlp.de
𝗣𝗿𝗼𝗴𝗿𝗮𝗺𝗺:

Im Zentrum Europas zwischen Deutschland (Saarland, Rheinland-Pfalz), Frankreich (Lorraine), Luxemburg und Belgien (Wallonie, Fédération Wallonie-Bruxelles, Deutschsprachige Gemeinschaft) gelegen, bildet die Großregion einen internationalen Kooperationsraum von 11,7 Millionen Einwohnern. Ihre queere Geschichte ist vielfältig.
Zwei historische Modelle sind besonders erkennbar. Auf der einen Seite ein „deutsches Modell“ in der die männliche Homosexualität per se unter Strafe gestellt wurde und auf der anderen Seite ein „französisches Modell“, das umgekehrt von einer rechtlichen „Toleranz“ gegenüber Homosexualität und von einem langen Individualismus queerer Menschen geprägt war. Gegenüber Frauen galten vielfältige Einschränkungen ein lesbisches Leben zu führen.

Hinter dieser Vielfalt steht aber eine gemeinsame Geschichte, welche die queeren Menschen der Großregion vereint, da die verschiedenen Teilregionen nie voneinander abgeschottet waren. Rege transnationale bzw. transregionale Austauschbeziehungen hatten sich aus Gründen der Diskrepanz zwischen staatlichen und kulturellen Grenzen, der Verschiebungen der Staatsgrenzen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts und der Mobilität der Bevölkerungen entwickelt. Als Schnittstelle bildet die Großregion einen idealen Untersuchungsraum, um die Vielfalt der staatlichen und gesellschaftlichen Umgänge mit queeren Identitäten und Handlungen durch Zeit und Raum sowie die Beziehungen zwischen diesen unterschiedlichen Umgängen über die Grenzen hinaus und die Wirkungen dieser Umgänge auf das Leben von queeren Menschen, insbesondere in einem grenzüberschreitenden Kontext, zu hinterfragen.

Um die Verflechtungen und Wechselwirkungen dieser Geschichten zu untersuchen und bekannter zu machen, wird diese Tagung auf Initiative des Vereins „Großregion unterm Regenbogen“ organisiert. Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, das derzeit den Vorsitz der Großregion innehat. Das Organisationskomitee möchte den Stand der queeren Geschichte- und Soziologieforschung in den Teilgebieten der heutigen Großregion darstellen und Forschungsdesiderate aufzeigen. Darüber hinaus soll dadurch ein Netzwerk von Forscher*innen, die sich mit queerer Geschichte und Soziologie beschäftigen, über die nationalen Grenzen hinweg aufgebaut werden.

Inhaltlich möchten wir die Gemeinsamkeiten, die regionalen bzw. nationalen Besonderheiten und die grenzüberschreitenden Beziehungen in Bezug auf die folgenden Themen hervorheben:
• Rechtsrahmen und Verfolgungs- bzw. Unterdrückungspraktiken
• Gesellschaftliche Diskriminierungen
• Queerer und Anti-queerer Aktivismus
• Queere Kulturen und Praktiken
• Selbstbilder und Fremdbilder von queeren Menschen
• Alltagsleben von queeren Menschen
• Gebrauch der Grenze von repressiven Akteuren und queeren Menschen
• Quellen zur queeren Geschichte
• Wissenschaftliche und erinnerungspolitische Projekte
• Unsichtbarmachen queeren Lebens

Referierende:

Joachim Schulte

Dr. Frédéric Stroh

Dr. Burkhard Jellonek

Dr. Kirsten Plötz

Jérôme Courtoy

Dr. Florence Tamagne

Dr. Dimitri Roden

Dr. Régis Schlagdenhauffen

Dr. Antoine Idier

Dr. Wannes Dupont

Dr. David Paternotte

Andy Maar

Enrica Pianaro

Dr. Christian Könne

Partner:

Musée National de la Résistance et des Droits Humains

QueerNet RLP

Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz

Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz

Großregion: Präsidentschaft Rheinland-Pfalz 2023-2024

Les oublié(e)s de la mémoire

Ministère de la Famille, de l’Intégration et à la Grande Région Luxembourg

Saarland

 

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